Admiral Brommy

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O Mensh! Schaw dies bedencks und sundig nicht weil Gott nach seinem strengen Gricht das Bös gwis straft und bringts ans Licht...

Mordstein als Mahnmal in Golzwarden

Das Mahnmal im Braker Ortsteil Golzwarden soll an einen Mord erinnern der 1637 verübt wurde.

Der inzwischen verstorbene Heimatforscher Gerd Müller, der auch die Golzwarder Chronik schrieb, entdeckte bei Nachforschungen zu seinem Buch, im Archiv von Pastor Schauenburg (1886-1909) einen Zettel der mit keinem Datum versehen war. Auf diesem Zettel stand, dass ein Stein beim Reinigen einer Graft (Wassergraben) gefunden wurde. Um zu erfahren, was es mit diesem Zettel auf sich hatte, forschte er nach und brachte einige, wichtige Details ans Licht.

1637 lebten drei Brüder auf einem Hof in Golzwarderwurp, die eine Haushälterin mit dem Namen "Anna Rüdebusch" beschäftigten. Anna Rüdebusch brachte ein Kind zur Welt, welches kurz nach seiner Geburt umgebracht wurde. Da alle Indizien dafür sprachen, dass die Mutter das Kind getötet hatte, wurde sie verhaftet und eingesperrt. Die drei Brüder beschlossen Anna aus dem Gefängnis zu befreien und setzten dieses auch in die Tat um. Jedoch wurde das Anna zum Verhängnis, denn sie wurde in dieser Nacht noch von den drei Brüdern umgebracht. Die drei Brüder dachten, dass sie mit diesem Mord auch ihre Mittat am Kindesmord vertuschen können.

Im Jahr 1651 (also 14 Jahre später) wurde das Verbrechen aufgedeckt. Den drei Brüdern wurde auferlegt, einen Mahnstein zu errichten und ihn für alle sichtbar aufzustellen. Er sollte an diese schreckliche Tat erinnern.

Die Inschrift des Gedenksteins lautet:
"O Mensh! Schaw dies bedencks und sundig nicht weil Gott nach seinem strengen Gricht das Bös gwis straft und bringts ans Licht wens gleich bei Nacht und heimlich geschicht drumb Mensch für Gottes zornig Gsicht dich ja stets Furcht und sundig nicht."

Auf der anderen Seite des Steins steht die Geschichte des Mordes an Anna Rüdebusch mit wenigen Worten beschrieben.

Den Nachkommen der Brüder war die Geschichte des Mordsteins vermutlich so peinlich, dass sie den Stein heimlich in einer Graft (Wassergraben) versenkten, wo er später wieder auftauchte.

Das Mahnmal ist im Braker Ortsteil "Golzwarden" an der alten Bundesstraße 212 (Golzwarderwurp), auf dem Hof Nr. 12, bei Familie Walczyk zu besichtigen.